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    Kumpel-Nachsuche

     

    Der Schuss ist gefallen, das Wild außer Sicht. So fangen die meisten Nachsuchen an. Zunächst einmal geht der Schütze zum vermuteten Anschuss und versucht dort Hinweise auf einen Treffer oder das Wild zu finden. Oft wird auch ein befreundeter Hundebesitzer angefragt, vorhandene Spuren zu verfolgen ("Kumpel-Nachsuche"). In vielen Fällen kommen bei diesen Suchen auch Hunde ohne eine vertiefte Ausbildung zum Erfolg. Die Stehzeit der Fährten sind bei diesen Suchen oft sehr kurz (< 1 h), sodass ein Verfolgen der frischen Witterung keine Ansprüche an die Hundenase stellt.

    Bei einer einfachen Totsuche ist diese "Kumpel-Nachsuche" auch vollkommen in Ordnung. Allerdings gibt es einige Haken, die man als verantwortungsvoller Jäger im Auge haben sollte.

    1. Wild, dass nicht tödlich getroffen ist, wird bei verfrühten Nachsuchen leicht hochgemacht und zeigt dann mitunter sehr lange Fluchtdistanzen. Eine spätere Nachsuche ist damit deutlich erschwert, mitunter kann der Erfolg in Frage gestellt sein. Deshalb gilt: Nur dann sofort mit der Nachsuche beginnen, wenn die Zeichen am Anschuss auf eine sichere Totsuche schließen lassen ( Lungenschweiß).

    2. Man neigt dazu, die Leistungsfähigkeit des "Kumpel-Hundes" zu überschätzen, wenn dieser zum Erfolg kommt. Nur weil ein Hund eine einfache Totsuche mit kurzer Stehzeit und kurzer Fluchtfährte (<500 m) geschafft hat, heißt das noch lange nicht, dass man einen guten Nachsuchehund hat. Ein guter Nachsuchehund muss in der Lage sein lange Fährten (> 500m mit langer Stehzeit (>12 Stunden) zu arbeiten und am Ende das evtl. noch lebende, wehrhafte Stück hetzen und binden können. Erst wenn ein Hund Nachsuchen mit diesem Schwierigkeitsgrad meistert (lange Stehzeit, große Fährtenlänge, erfolgreiche Hetze auf wehrhaftes Stück), hat er bewiesen, dass er ein guter Nachsuchenhund ist.

    3. Das Hauptproblem der "Kumpel-Nachsuche" ist eher psychologischer Natur. Kommt der Kumpel nicht zum Stück, so ist schnell ein Grund gefunden, der Schütze und Hundeführer scheinbar aus der Verantwortung entlässt. "Das hat nichts Ernstes" ist in der Praxis das häufigste Argument, um eine erfolglose Nachsuche abzubrechen.

    Man muss sich hierbei aber über eine Sache im Klaren sein: Sobald Schweiß zu finden ist, müssen wir von einer ernsthaften Verletzung ausgehen! Verantwortungsvoll zu jagen, heißt in solchen Situationen nichts unversucht zu lassen, um das Stück doch noch zu finden. Verantwortungsvoll zu jagen, heißt in solchen Situationen immer einen zweiten Hund anzufordern. Auch wenn das mit Zeit und Mühe verbunden ist.